Die Botschaft bleibt am Freitag, 18. April und Montag, 21. April 2014 geschlossen.

Seiner Majestäts Aktivitäten in der Entwicklungshilfe


„Chitralada Villa, Dusit Palace“, die königliche Residenz Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej, des neunten Monarchs von Thailands Königshaus Chakri, ist einzigartig, da sie als Versuchsgebiet für Seine Majestäts Königliche Chitralada Projekte dient: hier forscht Seine Majestät in Gebieten wie Land- und Forstwirtschaft sowie in Kleinindustrie. Reisfelder, Gemüsebeete, Viehgehege, Fischteiche, eine Reismühle und eine Molkerei befinden sich auf dem Palastgelände. Stellt sich ein Forschungsprojekt als erfolgreich heraus, werden seine Ergebnisse der publiziert, sodass die Bürger und Organisationen ihren Nutzen daraus ziehen können. Studenten, Bauern, die breite Öffentlichkeit und sogar Besucher aus dem Ausland statten regelmäßig Visiten ab, um die Forschungsarbeiten zu beobachten.

Während der mehr als 60 Jahre seit seiner Thronbesteigung hat Seine Majestät regelmäßig seine Untertanen in allen entlegenen Gebieten seines Reiches aufgesucht, insbesondere in den ärmeren Gegenden. Dadurch wurden mehr als 3000 königlich initiierte Projekte seit 1952 durchgeführt.

 


Die Philosophie der „Wirtschaft des Auskommens“

Das Ziel der zahlreichen königlich-initiierten Projekte lässt sich lässt sich auf die Entwicklung des Menschen, selbstverantwortlich zu sein, zusammenfassen.

Einer Seiner Majestäts Grundsätze ist, dass die Entwicklung den geografischen und sozialen Gegebenheiten Rechnung tragen muss. Wissen und moderne Technologie müssen gefördert werden. Die Entwicklungen müssen auf Naturschutz und verantwortungsvollem Umgang mit den natürlichen Ressourcen begründet sein.

Seine Majestäts Neue Theorie schlägt Richtlinien für den angemessenen Umgang mit begrenzt vorhandenen natürlichen Rohstoffen um optimalen Ertrag zu erlangen. Ein thailändischer landwirtschaftlicher Haushalt mit vier bis fünf Mitgliedern besitzt durchschnittlich 2,4 Hektar Land. Die Neue Theorie gliedert dieses Land nun in vier Teile: 30% um einen Teich zu graben, der Wasser für die Bewässerung der Felder während der Trockenzeit sammelt und zudem für Fischzucht benutzt werden kann; 30% für Reisanbau, der den jährlichen Bedarf der Familie deckt; 30% für Feld- und Gartenfrüchte; und die restlichen zehn Prozent für das Haus, für weitere Gebäude sowie für andere Aktivitäten wie Tiergehege, Pilzzüchtungen und Wege.

Bei Umsetzung der Neuen Theorie haben die Bauern im ersten Jahr genügend Nahrungsmittel, um den eigenen Bedarf zu decken. So können sie sich selbst versorgen und haben ausserdem genug Arbeit für das ganze Jahr. Wenn die Familie erfolgriech ist, kann sie in die zweite Phase der Neuen Theorie eintreten: sie schließen sich mit anderen Familien zusammen um ihre Überschüsse zu vermkaufen; das bildet einen Anreiz für vermehrte Produktion, Vermaktung, soziale Vernetzung und führt schließlich zur Gründung einer Kooperative. Darauf folgt dann die dritte Phase der Neuen Theorie, welche eine Ausdehnung der Unternehmungen einschließt. So wird eine höhere Ebene von Geschäftshandlungen ermöglicht, wofür Gelder von ausserhalb, z.B. durch Banken oder Privatfirmen benötigt werden.

Bei der Entwicklung des Landes hat Seine Majestät sich an das natürliche Prinzip gehalten, nach dem die Menschen die natürlichen Rohstoffe verwenden, die in ihren jeweiligen Regionen vorkommen. Die Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend. So wird beispielsweise Vetiver Gras angebaut um die Bodenersion zu stoppen und Wasser zu konservieren; verdorbene Erde wird für ökologische Landwirtschaft aufgebessert; Wiederaufforstungsprojekte ohne neue Bepflanzungen finden statt; Rückhaltedämme werden in den Wäldern errichtet, um Wasserscheiden zu schützen. Die einfache Handhabung dieser Projekte hat zu einem ökologischen Gleichgewicht und nachhaltiger Entwicklung geführt. Die Königlichen Zentren für Entwicklungsstudien und weitere Projekte wurden deshalb nicht nur von Anwendern, sondern auch von Staatsoberhäuptern und führenden Politikern anderer Länder besichtigt. Zu den eminenten Besuchern zählen Ihre Majestät Königin Elizabeth II und Prince Phillip, Herzog von Edinburgh, vom Vereinigten Königreich; Ihre Majestäten König Carl XIV Gustav und Königin Sylvia von Schweden; Seine Exzellenz Nuhak Phumsawan, Präsident der Demokratischen Volksrepublik Laos; und Präsidentin Gloria Arroyo von der Phillipinischen Republik.

Das Außenministerium und das Amt für Königliche Entwicklungsprojekte haben 2005 die Ministerkonferenz über alternative Entwicklung: Genügsamkeitsökonomie veranstaltet, an der 19 Minister von Ländern aus Asien, Afrika und Lateinamerika teilgenommen haben. Zur landwirtschaftlichen Unterstützung wurde Seiner Majestäts Philosophie der „Wirtschaft des Auskommens“ und die Neue Theorie bereits in Afghanistan angewendet. DieVereinten Nationen sind sich einig, dass die königlich initiierten Projekte für die Entwicklung besonders bedürftiger Länder bestens geeignet sind.

 

Das Vetiver Gras Entwicklungsprojekt


Das Vetiver Gras Entwicklungsprojekt wird in Thailand seit 1991 betrieben. Wegen derinternationalen Anerkennung der Projektergebnisse organisierte Thailand bereits zwei internationale Seminare über Vetiver Gras: das erste 1996 unter dem Motto „Vetiver: ein Wundergras“ und das zweite 2000 mit dem Titel „Vetiver und die Umwelt“. Der Erfolg der königlich-initiierten Vetiver Benutzung hat Thailand dazu veranlasst, Vetiver Training und Exkursionen für Vertreter von 15 Ländern aus der ganzen Welt zu organisieren. Des Weiteren haben Beamte von Behörden wie dem Phillipinischen Ministerium für Umwelt und Natürliche Rohstoffe, dem Sambischen Landwirtschaftsministerium und dem US Agriculture Department besonderes Interesse an der Handhabung von Vetiver gezeigt.

Katastrophenmanagement


Abseits der Entwicklungsarbeit für das Wohlergehen seiner Untertanen macht sich Seiner Majestäts
Wohlwollen auch in Zeiten von Katastrophen bemerkbar. 1962 beispielsweise verwüstete ein Typhoon mehrere Provinzen im südlichen Thailand und zerstörte Besitz und Leben. Seine Majestät war der erste, der prompt in Aktion trat und einen landesweiten Spendenaufruf über den Radiosender seines Palastes, das Aw Saw Radio in Ambara Villa, tätigte. Der gesammelte Betrag war so groß, dass nach den rettungs- und Aufbaumaßnahmen immer noch genug Geld übrig war, um die Rajaprajanugroh Stiftung zur Hilfe von Opfern natürlicher Katastrophen zu gründen.

Der Tsunami vom 26. Dezember 2004 brachte massive Zerstörung über Länder in Ostafrika, Süd- und Südostasien, darunter sechs thailändische Provinzen der Andaman Küste. Wieder war es Seine Majestät der König der als erster die Hilfsmaßnahmen mittels einer großen Geldspende über die Chaipattana Stiftung einleitete. So wurden die unmittelbaren Leiden der Tsunami-Opfer gelindert, indem sie mit Essen, Kleidung, medizinischer Versorgung und Notunterkünften versorgt wurden. Der Schuldunterricht für tausende Kinder, die der Tsunami zu Waisenkindern machte, hatte Priorität. Durch die Hilfe der Rajaprajanugroh Stiftung konnten neue Schulen in Krabi und Phang-nga aufgebaut und weitere Schulen in Phuket renoviert werden. Den Kindern wurde ein Obdach gegeben und finanzielle Möglichkeiten, ihre Ausbildungen bis zu dem Grade voranzutreiben, den sie sich nur wünschen können. Nach der Initiierungsphase und mit der Unterstützung anderer konnte die Chaipattana Stiftung den Flüchtlingen die Rückkehr ermöglichen. Der Bau der Dörfer „Chaipattana- Thai Red Cross Village 1“ und „Chaipattana-Thai Red Cross Village 2“ für Hauslhalte aus dem Khura Bura Distrikt in der Phan-nga Provinz bot dafür genügend Platz. Da die meisten Dorfbewohner in den sechs südlichen Provinzen Fischer sind, hat die Chaipattana Stiftung sie mit Fiberglasbooten ausgestattet. Dann hat die Stiftung eine Genossenschaft eingerichtet, durch welche die Fischer die Boote miteinander teilen und warten können – so sparen sie kosten und können ihren Lebensstandard verbessern.

Bhumbibol Adulyadej ist nicht nur der Amtsälteste König der Welt, er ist wohl auch einer der amhärtesten arbeitenden Staatsoberhäupter. Während der mehr als 60 Jahre auf dem Thron haben seine Aktivitäten neben Staatsbelangen auch viele weitere Unternehmungen in unterschiedlichsten Gebieten eingeschlossen. Zahlreiche Entwicklungsprojekte, seine Philosophie der Wirtschaft des Auskommens und die Neue Theorie kommen den Thailändern direkt zugute und können weltweit angewandt werden. Das Künstliche Regen Projekt und der Chaipattana Aerator sind nur zwei Beispiele um Seiner Majestäts Initiative und Innovationskraft in den Bereichen Landwirtschaft und Umweltschutz zu demonstrieren. Alle diese Bereicherungen werden durch einen Namen umfasst: „Bhumibol – die Kraft des Landes“.